Beschreibung
Als Rolls-Royce darüber nachdachte, den in die Jahre gekommenen Silver Dawn, der teilweise noch auf Vorkriegstechnik basierte, zu ersetzen, war es wichtig, weder die gewöhnlich eher konservative Kundschaft noch die rund ein Dutzend unabhängiger Karosseriewerke zu verärgern, die auf Fahrzeuge mit einem separaten und robusten Fahrgestell angewiesen waren. So wurde im April 1955 der von John Blatchley meisterhaft entworfene Silver Cloud vorgestellt, der noch immer auf traditionelle Weise mit getrenntem Fahrgestell und Karosserie gebaut wurde. Natürlich musste es eine Verbesserung gegenüber dem Dawn geben, und der neue Wagen war nicht nur erheblich größer, sondern verwendete auch einen massiven Kastenprofilrahmen anstelle der zuvor verwendeten U-Profile. Die Federung und die Bremsen wurden auf den neuesten Stand gebracht, aber die Kraft kam nach wie vor von dem bewährten Reihensechszylinder mit 4, 9 Litern Hubraum. Gegen Ende des Jahres 1959 wurde der Motor, der seine Entwicklungsgrenze erreicht hatte, durch den neu konstruierten V8 mit 6, 23 Litern Hubraum und rund 200 (nicht genannten!) PS ersetzt, was zur neuen Bezeichnung Silver Cloud II führte. Dieses Modell konnte weiterhin - neben der Werkslimousine - mit einer Reihe von Sonderausstattungen bestellt werden, darunter der sogenannte Drophead-Coupé-Umbau, der wie die Standardlimousine von H. J. Mulliner gebaut wurde. Der Silver Cloud II in der hier angebotenen, besonders eleganten Drophead-Variante wurde am 31. Januar 1961 über die Garage de l'Athenée in Genf für einen in Lausanne lebenden britischen Gentleman bestellt. Ursprünglich als Rechtslenker geplant, entschied man sich noch vor der Auslieferung, den Wagen mit einem für die Schweiz besser geeigneten Linkslenker auszustatten. Die Karosserie wurde in "Stahlblau" über "Mitternachtsblau" lackiert, kombiniert mit einer blauen Lederausstattung. Die frühe Geschichte des edlen Cabriolets ist nicht bekannt, ausser dass der Wagen irgendwann nach Deutschland verkauft wurde. Dort hatte das Cabriolet sieben Besitzer, von denen der letzte 2008/ 2009 eine Restaurierung nach Originalvorgaben in Auftrag gab. Im Jahr 2013 wurde der Silver Cloud von einem Schweizer Enthusiasten erworben und in das Land seiner Erstzulassung zurückgebracht. Am 17. Juni 2013 erhielt der Wagen seinen ersten Veteranen-TÜV und wurde seither nur rund 7'000 Kilometer gefahren. Wie aus der vorliegenden Dokumentation ersichtlich ist, wurde das Fahrzeug stets sorgfältig gepflegt und gewartet, weshalb sich das Cabriolet heute in einem sehr guten Gesamtzustand präsentiert. Als einer von nur 52 von H. J. Mulliner gebauten Silver Cloud II Dropheads ist dies in der Tat eine sehr seltene Gelegenheit, jede respektable Rolls-Royce-Sammlung zu bereichern. Der letzte Veteranen-TÜV wurde im September 2024 absolviert.























