Beschreibung
Der Austin-Healey 100/ 4 BN1 entstand Anfang der 1950er Jahre, als die britische Automobilindustrie versuchte, sich mit eleganten, leistungsstarken und erschwinglichen Sportwagen auf dem amerikanischen Markt zu etablieren. Der Ingenieur und Rennfahrer Donald Healey, der eine Leidenschaft für schnelle und gut gestaltete Autos hatte, kam auf die Idee, ein Auto zu entwickeln, das 100 Meilen pro Stunde, also etwa 160 km/ h, erreichen konnte. Diese symbolische Zahl gab dem Modell seinen Namen: der Healey 100. Im Oktober 1952 enthüllte Healey auf der Earl's Court Auto Show in London seinen Prototypen. Der Erfolg war sofort da. Leonard Lord, der damals Austin leitete, war von dem Auto begeistert. Er schlug eine Partnerschaft vor, die zur Gründung der Marke Austin-Healey führte. Weniger als ein Jahr später, 1953, ging das Auto unter dem Namen Austin-Healey 100/ 4 BN1 in Produktion. Das Modell wurde von einem 2, 6-Liter-Reihenvierzylindermotor angetrieben, der aus dem Austin A90 Atlantic entliehen worden war. Er leistete rund 90 PS und ermöglichte dem Wagen eine für die damalige Zeit beeindruckende Leistung mit einer Höchstgeschwindigkeit von fast 170 km/ h. Der BN1 hatte ein manuelles Dreiganggetriebe mit einem elektrischen Overdrive in den letzten beiden Gängen, um das Fahrvergnügen bei hohen Geschwindigkeiten zu verbessern. Das niedrige Fahrgestell, die schnittige Silhouette, die lange Motorhaube und die klappbare Windschutzscheibe verleihen ihm ein typisch sportliches Aussehen. Bei der Konstruktion wurde eine Mischung aus Stahl und Aluminium verwendet, wobei leichte Karosserieteile die Leistung optimieren sollten. Besonders erfolgreich war der 100/ 4 in den USA, wo er durch seine britische Ästhetik und seinen relativ erschwinglichen Preis überzeugte. Von den rund 10. 000 Exemplaren, die zwischen 1953 und 1955 produziert wurden, überquerte die große Mehrheit den Atlantik, um die amerikanische Kundschaft zu befriedigen, die europäische Roadster liebte. 1955 wurde der BN1 durch den BN2 ersetzt, eine bescheidene Weiterentwicklung mit einem Vierganggetriebe und einigen technischen Verbesserungen. Diese Version wurde auch als "Le Mans"-Variante mit einem von Rennwagen inspirierten Leistungskit angeboten, denn der Austin-Healey 100/ 4 war nicht nur schön und schnell, sondern auch ein Rennwagen. Er nimmt unter anderem an den 24 Stunden von Le Mans, der Mille Miglia und anderen berühmten Rallyes teil. Sein Fahrverhalten, seine mechanische Einfachheit und seine Robustheit machten ihn zu einem beliebten Fahrzeug für Amateurfahrer und private Rennställe. 1956 wurde die Produktion des Modells 100/ 4 eingestellt und durch den 100/ 6 mit Sechszylindermotor ersetzt. Doch der BN1 bleibt in der Geschichte des Automobils das Symbol für die erfolgreiche Verbindung zwischen dem handwerklichen Einfallsreichtum von Donald Healey und der industriellen Stärke von Austin. Auch heute noch gilt der Austin-Healey 100/ 4 BN1 als unverzichtbarer Klassiker. Er verkörpert den rohen und reinen Charme der ersten Roadster der Nachkriegszeit und begeistert nach wie vor Sammler auf der ganzen Welt. Dieses Exemplar der ersten Generation wurde im Juli 1955 als Neuwagen in den Niederlanden ausgeliefert und zugelassen. Die Originalfarbe war schwarz und die Innenausstattung rot, was vom British Motor Industry Heritage Trust bestätigt wurde. Das Auto blieb bis 2008 in den Niederlanden und trug immer noch seine Originalzulassung! Der Wagen wurde von seinem letzten Besitzer nach Belgien importiert. Er wurde zweimal restauriert: 1993-1994 wurde er von einer holländischen Fachwerkstatt komplett vom Fahrgestell aus restauriert und 2009 gründlich aufgefrischt. Das Fehlen von Stoßstangen, die lange Motorhaube und die Zusatzscheinwerfer verleihen dem Wagen ein sportliches Aussehen, wie es zu dieser Zeit üblich war.
Die Straßenlage wurde durch den Einbau von Teleskopstoßdämpfern vorne deutlich verbessert. Der Motor wurde erneuert und mit einem Alu-Zylinderkopf und einem zusätzlichen elektrischen Lüfter ausgestattet, der für eine optimale Kühlung sorgt. Das Auto fährt wunderbar, das Fahrwerk ist vollkommen gesund und dieser Healey hat in den letzten Jahren von einer sorgfältigen Wartung profitiert. Er ist mit einem Verdeck, Side Screens und einer Überschlagdecke ausgestattet. Eine Mappe mit Rechnungen liegt dem Fahrzeug ebenfalls bei.











