Beschreibung
TL1040 begann einst als Fahrgestellnummer GGP35. Es bekam eine wunderschöne Mulliner-Drophead-Coupé-Karosserie, die es bis heute noch trägt. Der Wagen hat alle Anziehungskraft des klassischen 20HP – allerdings mit dem Vorteil des größeren, 3, 7-Liter-Motors des neu eingeführten 25. In der Historie findet sich eine Kopie der ursprünglichen Bestellliste mit einer detaillierten Aufstellung der vom Erstbesitzer angegebenen „Optionen“ – Vincent Hemery aus Grantham, Lincs. Dazu gehören Lucas-Scheinwerfer (vernickelt), zum Preis von £17. 0. 0, Triplex-Glas überall (£17. 10/-) sowie ein Atlantic-Scheinwerfer-Spotlight (£3. 0. 0). Die Gesamtkosten des Wagens betrugen £1, 185. 0. 0. (ein erstklassiger Austin 7 lag damals etwa bei £185. 0. 0.).
Mr Hemery behielt den Wagen nicht lange – er hatte ja noch andere Royces – und so verbrachte das Auto einige Zeit in Hertfordshire und Carnoustie, Angus, bevor es 1965 nach Palm Beach, Florida exportiert wurde. Dort kaufte ihn 1965 Jane Will Boggs, deren erster Ehemann Walter Teagle Jr war, Sohn des Chefs von Standard Oil (später als Esso und danach als Exxon bekannt). Mrs Boggs übergab den Wagen im Dezember 1970 an ihren Sohn Walter Teagle III – im Dossier findet sich ein Vermerk, in dem sie sagt, sie habe das Auto an ihren Sohn „für den Preis von One Dollar ($1. 00)“ verkauft – ein wirklich schönes Weihnachtsgeschenk!
Walter C. hielt den Wagen ganze 50 Jahre. 1991 ließ er in über $13. 000 bei Matchless Machinery in Port Jefferson, NY ausgeben, um den Wagen überholen zu lassen – inklusive neuer Innenausstattung (in Leder) und Softtop sowie Detailarbeiten am Armaturenbrett, den Türverkleidungen und der „Rumble Seat“. Weitere Arbeiten umfassten den Austausch der Verkabelung und das Neulackieren (zu diesem Zeitpunkt wurde der mittlere Bereich der Lackierung von Blau auf Pale Primrose umgestellt). In 2015/ 16 investierte er über $26. 000 bei Dennison-Jayne Motors in West Chester, PA in umfangreiche Elektroarbeiten – inklusive Blinkern (die Scheinwerfer-Signale – die Semaphoren – sind weiterhin vorhanden und funktionstüchtig) – sowie eine neue hölzerne Batteriebox ($825. 00).
Der Wagen wurde 2021 zurück in die Heimat gebracht und obwohl es in den Unterlagen kaum neuere Historie gibt, ist offensichtlich, dass er stets gut gepflegt wurde und zudem einen Tim Payne-Overdrive eingebaut bekam. Letztes Jahr wurden Rundum Blockley-Reifen montiert und sämtliches Öl gewechselt. Der Wagen wird nun im Rahmen des Nachlasses des verstorbenen Mike Tebbett angeboten – einer weithin bekannten und sehr angesehenen Persönlichkeit im Vintage Sports Car Club.
Der Wagen springt gut an und läuft sauber; er ist seidig im Lauf und kräftig, und der Overdrive macht längeres Cruisen angenehm. Für seine Größe ist die Lenkung leicht, und das Handling (dank der Blockleys unter anderem) ist hervorragend. Außerdem ist es ein komfortabler Wagen und macht einfach Freude zu fahren. Kein Concours-Auto, aber mit einem ehrlichen, warmen Charakter – deutlich besser als die übertriebene „Schärfe“ vieler erst kürzlich restaurierter Autos. Das ist ein Wagen für Enthusiasten.















