Beschreibung
Geschichte der Ferrari 308 GT4
Im Oktober 1973 wurde die 308 GT4 der Öffentlichkeit erstmals auf dem Pariser Salon vorgestellt.
Ihr Design stammt aus dem avantgardistischen Zeichnernote des Meisters Marcello Gandini, der damals für Carrozzeria Bertone tätig war.
Abgesehen von zwei einzigartigen Exemplaren der Ferrari 250 GT war es Bertones erster Entwurf für Ferrari.
Dieses GT-Modell wurde unter der Leitung von Angelo Bellei entwickelt und von Carrozzeria Scaglietti gebaut.
Die Fachpresse lobte dieses Modell für seine schlichte, moderne und zugleich elegante Linienführung.
Die Ferrari-Enthusiasten zögerten anfangs allerdings, angesichts der neuen Winkelform dieses „Dino“, Nachfolger der eleganten Dino 206 GT und Dino 246 GT.
Dennoch ist bemerkenswert, dass Gandini es geschafft hat, vier Personen in einem Mittelmotorsportwagen unterzubringen.
Das eigentliche Highlight war jedoch der neue Achtzylindermotor, der erste V8, der jemals in einer Serien-Ferrari montiert wurde.
Die Pleuelstangen und mehrere andere Motorteile entspringen zudem direkt den großen Zwölfzylindermotoren.
Die beiden Zylinderreihen stehen im 90-Grad-Winkel, mit 16 Ventilen, vier obenliegende Nockenwellen und vier Weber-Doppelvergaser, die diesen wunderschönen V8 bilden.
Einmal gestartet, bellte dieses Dino wie ein wütender Terrier.
Es war eine Zeit, in der Sportwagen noch echte Fahrermaschinen waren.
Sobald das Motoröl die richtige Betriebstemperatur erreicht, wird dieser Ferrari zu einem wahren Biest.
Die Sitzposition ist sicherlich bescheiden: Das Lenkrad ist sehr zentral und flach, und die Beine des Fahrers finden erst in einer fast „Frosch“-Position ihren Platz.
Doch all dies wird rasch vergessen, sobald die ersten Kurven näher rücken.
Man erzählt, der Formel-1-Weltmeister Clay Regazzoni soll an der Entwicklung des Chassis beteiligt gewesen sein.
Im 1974 von Auto Motor und Sport durchgeführten Test erwies sich die Ferrari Dino 308 GT4 schneller als ihre Konkurrenten wie die De Tomaso Pantera, der Porsche 911 Carrera und der Maserati Merak.
Autor Helmut Eicker hob auch ihre enge Verwandtschaft mit Rennsportkonstruktionen sowie ihr hohes Maß an aktiver Sicherheit hervor.
Ferraris Ziel, etwa 1. 500 Exemplare pro Jahr zu verkaufen, erwies sich jedoch als zu ehrgeizig.
Selbst im besten Jahr (1974) verkaufte Ferrari nur 764 Autos.
Daher brachte Ferrari 1975, in gewisser Eile, die Ferrari 308 GTB auf den Markt, mit demselben Motor aber einer von Pininfarina gestalteten Karosserie.
Ihr folgte anschließend die Ferrari 308 GTS.
Bis 1980 produzierte Ferrari parallel insgesamt 3. 626 GT4, einschließlich der Zweiliter-Versionen für die italienischen und spanischen Märkte.
Geschichte der hier vorgestellten Ferrari 308 GT4 (SSC Nr. 530)
Die hier vorgestellte Ferrari 308 GT4 wurde erstmals 1978 in Italien zugelassen.
1987 kaufte Giorgio Alessandro F. aus Mailand diesen Ferrari von seinem Vorbesitzer Renato C. aus Verona und fuhr ihn bis 2013 unter dem Kennzeichen MI* 5F3825.
2013 wurde das Auto von Scuderia Sportiva Colonia erworben, die es danach an einen Sammler im Süden Deutschlands verkaufte, nach einer umfangreichen technischen Inspektion.
Heute haben wir diese 308 GT4 im Rahmen eines consignierten Verkaufs von diesem Sammler zurückgenommen.
Präsentiert in der ursprünglichen Auslieferungsfarbe Ferrari Rosso, mit einem bemerkenswert gut erhaltenen hellbraunen Lederinterieur präsentiert sich dieser Ferrari auch heute noch in technisch und ästhetisch außergewöhnlichem Zustand.
Die seit 2013 durchgeführten Wartungsarbeiten wurden stets von unseren Werkstätten durchgeführt.
Wir führen derzeit eine Überholung des Motors und der Vergaser durch, damit der Matching-Numbers-Motor nach Abschluss der Arbeiten wieder seine volle Leistung entfalten kann.
Das Chassis, der Unterboden, die Karosserie und der Lack befinden sich in ausgezeichnetem Zustand.
Auf Wunsch des letzten Eigentümers wurden die Felgen in einem eleganten Goldton lackiert.
Das Fahrzeug verfügt derzeit über deutsche Zulassungsdokumente und wird als Oldtimer anerkannt.
Fazit Die Ferrari 308 GT4 steht für das große Spektakel Ferrari.
Und kein beliebiger Ferrari: vermutlich jener, der in seiner Epoche am meisten Fahrspaß bietet.
Die Ferrari Daytona, die 246 oder die 365 GT kosten alle deutlich mehr, aber keine fährt sich so wie die Dino 308 GT4 — nicht einmal ihre V8-Schwesterinnen GTB und GTS.
Der oft gezogene Vergleich mit einem Kart ist hier tatsächlich gerechtfertigt.
Die GT4 reagiert sofort auf jede Bewegung des Lenkrads, unabhängig von Geschwindigkeit oder Kurvenradius.
In diesem familientauglichen Mittelmotorsportwagen geht man gerne auf die Straße — und bei Bedarf können auch vier Erwachsene an Bord reisen, auch wenn es nicht ideal für sehr lange Strecken ist.
Es bleibt sogar etwas Platz für Gepäck.
Der Status von „...











