Beschreibung
Dieses Los wird über Iconic Auctioneers, The Iconic Sale bei Race Retro 2026 - Collectors' Cars am Samstag, dem 21. Februar, Stoneleigh Park, Stoneleigh Rd, Coventry, CV8 2LG, versteigert. Der Jensen Interceptor gehört zu den auffälligsten und leistungsfähigsten britischen GTs, die je gebaut wurden. Er wurde 1966 auf der London Motor Show vorgestellt und katapultierte Jensen in die obere Etage der Sportwagenhersteller. Der Interceptor wurde von Touring aus Mailand gestylt und zunächst wurden die Karosserien von Vignale in Italien gefertigt, bevor Jensen die Produktion nach Großbritannien verlegte. Unbestreitbar war jedoch der technische Star der neu vorgestellten Baureihe der Jensen FF. Mit demselben atemberaubenden neuen Stil wie der Interceptor bot seine Spezifikation ein Allradantriebssystem und ABS für alle vier Räder, das weltweit ersten Hochleistungssportwagen, der dies konnte, wodurch Jensen zur Sensation der Show wurde. Der FF ist eng mit dem Interceptor verwandt und wird optisch oft für denselben Wagen gehalten; tatsächlich ist der FF jedoch ein deutlich anderes Fahrzeug, da er die Vorderachse und das Getriebe für das Allradsystem unterbringen musste, was ein anderes Chassisdesign mit längerem Radstand erforderte. Deutlich sichtbar ist auch, dass der FF durch schlankere Zwillingsbelüftungen in den Frontkotflügeln (im Gegensatz zur Einzelläftung des Interceptors) und durch eine Motorhaubenkuhle/ eine Kuhle am Bug gekennzeichnet wird. Eine näherer Blick auf Front und Seiten des FF verrät Unterschiede an der Frontplatte, Scheinwerfern, Kühlergrill, Flügel-/ Kotflügelkontur und Stoßfänger. Von der A-Säule zum Heck ist das Auto identisch mit dem Interceptor, abgesehen von einem größeren Getriebetunnel, der das Transfergehäuse und Mittendifferential aufnimmt. „FF“ stand für Ferguson Formula, das von Harry Ferguson für Rennautos entwickelte Allradsystem, das das Drehmoment ungleichmäßig zwischen Vorder- und Hinterrädern verteilt, ein proto-Audi Quattro, wenn man so will, wobei der FF den Quattro beinahe 15 Jahre voraus war und damit eine bemerkenswerte technologische Leistung darstellt und zu sicherer Handhabung beiträgt, besonders bei einem so großen GT. In Kombination mit dem Dunlop Maxaret Antiblock-Braking-System, das im Vergleich zu anderen Wagen der Ära erstaunlich gut funktioniert, wird es in dem Hauptdifferential integriert und erfasst Unterschiede zwischen den Drehzahlen der Vorder- und Hinterräder, verändert elektrisch das Bremsservo-Vakuum, um Bremsunterstützung freizugeben. Wenn die Geschwindigkeiten gleich werden, wird die Servo-Unterstützung erneut zugeführt und der Zyklus beginnt von vorne, das Pulsieren wird vom Fahrer durch das Bremspedal gespürt. Erwartungsgemäß ließen sich Road-Tests der Zeit viel Lob für das Handling und die Sicherheit des FF entlocken und bezeichneten ihn als weltweit sicherstes Auto; 1967 verlieh Car Magazine dem FF die Auszeichnung „Car of the Year“ aufgrund seiner herausragenden technischen Fähigkeiten. Der FF nutzt einen 330 bhp Chrysler 383ci (6. 276cc) V8-Motor und ein Torqueflite-3-Gang-Automatikgetriebe, letzteres mit einem Hauptdifferential und kettengetriebenem Transfergehäuse, das anstelle des ursprünglichen-Ausgangswagens montiert ist. Das Drehmoment wird zu 37% auf das Vorderdifferential durch eine Antriebswelle auf der linken Seite des Motors und zu 63% auf die Hinterachse aufgeteilt. Die unabhängige Vorderradaufhängung ist beim FF einzigartig und verwendet Doppelquerlenker, wobei auf jeder Seite Doppelfederbeine und Stoßdämpfer links und rechts der Antriebswelle positioniert sind. Konstante-Gelenke werden an den vorderen Antriebswellen verwendet, das Differentialgehäuse ist am Rahmen befestigt. Insgesamt wurden lediglich 320 FF-Modelle produziert, was der Interceptor-Entwicklung entsprechend in MkI- und MkII-Karosserieformen entspricht, darunter eine kleine Anzahl von MkIII-Autos, bis Dezember 1971, als der FF durch den zweirädrigen SP als Flaggschiff der Firma abgelöst wurde. Trotz fortschrittlicher Technik kostete der FF 50 % mehr als der Standard-Interceptor, was den Absatz limitierte. Heute sind sie jedoch äußerst selten und bei britischen Sportwagen-Kennern sehr begehrt. Das hier vorgestellte Auto ist ein Jensen FF MkI (Chassis Nr. 119/ 103) aus dem Jahr 1966 und gehört zu nur 195 solchen Exemplaren. Das ist schon besonders, doch die Eigentümergeschichte und der Erhaltungszustand dieses konkreten Fahrzeugs machen es noch außergewöhnlicher. Heute bleibt Nr. 119/ 103 in seinem völligOriginalzustand, nie restauriert, scheinbar der Welt entrückt, seit fast 35 Jahren in einem Nebengebäude eines Landhauses, im Tiefschlaf. Es bleibt Eigentum unseres Anbieters, nachdem sie es geerbt hatte, nach dem Tod ihres Vaters, des ursprünglichen Eigentümers des Autos. Effektiv ist dieses FF damit somit im Alleinbesitz (d. h. zum Zeitpunkt der Weitergabe war es bereits stillgelegt und wurde nie wieder gefahren). Es wurde neu bestellt von Herrn S. T. Pickard Esq. am 30. Januar 1969, spezifiziert in Mist Grey-Lackierung mit schwarzer Innenausstattung, über West Central Garage Ltd. in Wolverhampton, einem lokalen Jensen-Vertragshändler. Herr Pickard wünschte Lufthörner und eine Nebelscheinwerfer-Beleuchtung, während er zusätzlich seinen Mercedes-Benz 220SE von 1962 im Rahmen des Deals in Zahlung gab und £5. 600 zahlte (heute dem Gegenwert von ca. £113. 400) für seinen neuen FF. Ursprünglich...












