Beschreibung
Fahrgestell-Nr. 4809
Motor-Nr. 30600
Karosserie-Nr. 697
Eingeführt als eine nuancierte Weiterentwicklung des ursprünglichen Miura, brachte der P400 S nach seinem Debüt 1969 eine Reihe von Verfeinerungen in die Supercar-Kategorie. Optisch durch helles Metalltrim, das die frühere matte schwarze Umrandung von Windschutzscheibe und Scheinwerfern ersetzt, bot der S eine Leistungssteigerung von 350 PS auf 370 PS sowie ein zivilisierteres Cockpit mit serienmäßigen elektrischen Fenstern, überarbeiteter Überkopf-Schalteinheit und einem aktualisierten Beifahrer-Griff. Das Modell reifte während der Produktionszeit weiter, führte optionale, selten spezifizierte Klimaanlage ein und führte bis April 1970 auch ventile Scheibenbremsen als Option ein.
Fertiggestellt am 9. Februar 1971, gehört dieser gut dokumentierte Miura P400 S zu den lediglich 338 hergestellten Exemplaren.
Es verließ Sant’Agata in Rosso Corsa über Nero-Leder, und verfügte über die begehrte und seltene Kombination aus Spätserie ventilierten Scheibenbremsen und werkseitiger Klimaanlage. An den spanischen Händler Vela Murillo ausgeliefert, wurde das Auto am 26. Februar auf Teneriffa auf den Geschäftsmann Santiago Puig zugelassen, wo es sein glanzvolles Frühleben auf den Kanarischen Inseln begann.
Früh in seinem Leben verblasste die ursprüngliche Rosso Corsa-Lackierung erheblich unter der intensiven Sonne der Kanaren, weshalb Puig den Miura in ein helleres Gelb neu lackieren ließ, das besser zum Klima passt. Als erster Miura in Spanien gilt die Karosserie 4809, die mit der Kennung "TF 69175" registriert wurde und in Zeitraumaufnahmen gut dokumentiert ist; Fotos in Akten zeigen Herrn Puig am Lenkrad, und das Auto erschien 1972 in einer Werbung für den südlichen Teneriffa-Touristenkomplex "Playa de las Américas". Das Auto ging dann an den spanischen Mitbürger Manuel Jacinto Borges Belza und blieb in Spanien bis 1980, als es in die Schweiz exportiert wurde; zu diesem Zeitpunkt waren ca. 25. 000 km angegeben.
1988 an seinen zweiten Schweizer Besitzer verkauft, wurde der Lamborghini 1993 außer Betrieb genommen und über ein Jahrzehnt eingelagert. Eine umfassende Restaurierung zwischen 2006 und 2011 ist ausführlich mit Fotografien und Rechnungen dokumentiert. Die mechanische Arbeit, durchgeführt von Graber Sportgarage AG, umfasste den kompletten Neuaufbau des ursprünglichen Antriebsstrangs (Seriennummer 30600) sowie eine Umrüstung auf SV-Typ Split-Sump-Schmierung – eine begehrte Aufrüstung, die nur bei den letzten 96 Miura SVs zu finden war. Diese Modifikation ermöglicht die Verwendung verschiedener Ölsorten für Motor und Transaxle, reduziert Öl-Mangel bei hartem Kurvenfahren und erhöht die Zuverlässigkeit deutlich. Eine umfangreiche Rechnung dokumentiert den gesamten Umfang der mechanischen Restaurierung, einschließlich Neuaufbau von Fahrwerk, Bremsen, Elektrik, Instrumentierung und kompletter Wiederzusammenbau, über CHF 235’000 (einschließlich MwSt.).
Kostmetisch entschied der Besitzer, die Karosserie in dem markanten Giallo Miura-Lack neu zu lackieren, da das Auto den Großteil seines Lebens diese Farbe getragen hatte, während der Innenraum fachmännisch in wie geliefert Nero-Leder gestaltet war. Jüngst kehrte der Miura im September 2025 zu Graber Sportgarage zurück, wo weitere Wartungsarbeiten im Wert von über CHF 20’000 durchgeführt wurden. Der Miura wird nun als schön restauriertes und mechanisch gut sortiertes Exemplar mit schätzungsweise 38. 500 km (vermutlich original) zum Zeitpunkt der Katalogisierung angeboten, mit etwas über 2. 000 km seit der Restaurierung.
Dank seiner eindrucksvollen Erscheinung, dem Matching-Nummern-Status und der durchdachten Split-Sump-Umrüstung für bessere Nutzbarkeit, ist Karosserie 4809 ein herausragendes Beispiel für Lamborghinis ikonischste Kreation. Das Auto wird von einer detaillierten Historie begleitet, die fünf Ordner mit Rechnungen und Restaurationsbildern umfasst, sowie das originale Wartungsbuch und das Händlerverzeichnis von 1970.










