Beschreibung
Es gibt Marken, die dir zeigen, was Fortschritt ist, und es gibt Marken, die dich ihn einfach nur hören lassen. Audi gehört zur zweiten Kategorie. Zumindest tat es das damals, als man noch der Meinung war, dass zehn Zylinder eine vollkommen angemessene Antwort auf eine Frage waren, die niemand gestellt hatte. Und man hatte recht. Der R8 war schon immer der Außenseiter im Audi-Stall: ein Supercar mit vier Ringen drauf, gebaut nach dem gleichen Rezept wie der Lamborghini Huracán, aber ohne das theatralische Drama und mit der Besonnenheit einer Marke, die genauso gerne einen A4 Avant für den lokalen Handwerker bauen könnte.
Ich habe schon immer eine Schwäche für diesen R8 gehabt. Nicht weil er der schnellste war, nicht weil er das verrückteste Design hatte, sondern weil er der letzte der Mohikaner ist. Während sich der Rest der Autowelt bereits für die elektrische Zukunft anmeldete, hielt Audi stur an einem natürlich angesaugten V10 fest, der mittig hinter den Sitzen saß. Keine Turbos, um den Schlag abzufedern, keine clevere Software, die den Sound durch die Lautsprecher simuliert. Nur fünf Komma zwei Liter deutsche Hartnäckigkeit, die bei sechstausend Umdrehungen auf eine Weise zu heulen anfängt, die man jetzt nur noch in alten Formel-1-Aufnahmen hört. Ein Crescendo, das man normalerweise nur mit einer Jahreskarte in der Royal Albert Hall genießen würde.
Und dann, obendrein, sprechen wir hier vom Spyder. Dach unten, und was bleibt, ist eines der wenigen offenen Autos, bei denen das Motorengeräusch wichtiger ist als der Wetterbericht.
Gut, zurück zum fraglichen R8. Dieser stammt aus dem Jahr 2020, spezifiziert als V10 Performance, was in verständlicher Sprache bedeutet: 620 PS, die heißeste Variante, in die dieser Motor je kam. Mythosschwarz metallic, was eine vornehme Art ist zu sagen, dass er schwarz ist, wie ein Smoking schwarz ist. Seriös, dezent und gerade deshalb unwiderstehlich. Bei Kurven wie diesen macht Schwarz etwas, das andere Farben nicht können: Es lässt dich die Form sehen, nicht die Farbe.
Die Geschichte ist genau das, was man von einem Auto mit diesem Stammbaum erwartet: makellos. Ausgeliefert von Audi in Neckarsulm, wo sie diese Dinger damals noch von Hand zusammenbauten. Anschließend ordnungsgemäß gewartet bei AZ Bochum, Audi Centrum Tilburg und schließlich Van den Udenhout in Breda, alle autorisierte Audi-Partner, die genau wissen, wo sie bei einem V10 wie diesem die Finger lassen müssen. Bei der letzten großen Longlife-Wartung 2025 lief alles nach Plan: Motoröl (das richtige Shell Helix Ultra 0W-30), Bremsflüssigkeit, Innenraumluftfilter und sogar die Funktion des Überrollbügels mit offenem Dach wurde überprüft. Denn ja, Sicherheit, auch wenn man die Paddock Hill Bend mit offenem Dach nehmen möchte. Im Juli 2026 bestand er die Hauptuntersuchung ohne Probleme.
Also sitzt unter diesen vier Ringen ein vollwertiger Supercar, aber ohne die damit verbundenen Kopfschmerzen. Du musst dir keine Sorgen machen, dass die Türen hochklappen und die halbe Straße nach ihren Handys greift, um dich zu filmen. Du steigst ein, drehst den Schlüssel um, und zehn Zylinder wachen hinter deinem Nacken mit diesem charakteristischen V10-Rascheln auf. Und dann wird dir bewusst: Niemand baut das mehr. Der Nachfolger hat keinen V10, und der danach wahrscheinlich gar keinen Auspuff mehr.
Die Michelin-Sommerreifen sind noch darunter, 245 vorne und 305 hinten, Gummiwälzer so breit, dass du verstehst, wo diese 620 PS auf den Asphalt kommen. Zwei Sitze, weil du nicht mehr brauchst. Dieses Auto ist kein Familientransport, dieses Auto ist eine Aussage. Eine Aussage, dass du verstanden hast, dass der natürlich angesaugte Motor eine aussterbende Art ist, und dass du einen sichern wolltest, bevor die Buchhalter der Autowelt sie endgültig in den Recycling-Behälter werfen.
Zugegebenermaßen ist es nicht billig, aber seien wir ehrlich? In fünf Jahren wird sich niemand mehr daran erinnern, was der neueste elektrische Hyper-Crossover gekostet hat. Aber der letzte natürlich angesaugte V10 von Audi, Dach unten, schwarz wie die Nacht? Der wird in die Geschichtsbücher eingehen.
Man macht keine Musik mit einem Stecker.
Besonderheiten
- Audi R8 Spyder V10 Performance aus 2020
- 5, 2 FSI natürlich angesaugter V10, 620 PS, die heißeste Variante
- Mythosschwarz metallic, äußerst elegant
- Stoffverdeck mit überprüftem Überrollbügel
- S tronic Automatik, schnellschaltend
- Vollständige Wartungshistorie bei autorisierten Audi-Partnern
- Longlife-Wartung durchgeführt bei Van den Udenhout Breda (2025)
- Michelin-Sommerreifen (vorne 245/ 30/ 20, hinten 305/ 30/ 20)
- Ausgeliefert vom Werk Neckarsulm, aus Deutschland importiert
- Zwei Sitze, ein reines Enthusiasten-Auto
- Einer der letzten natürlich angesaugten V10s, die je gebaut wurden
Mit offenem Dach und dem V10 noch in meinen Ohren,
Nick Slinger














