Beschreibung
Mitten in den 1960er Jahren, als der französische Motorsport noch seine Identität im Vergleich zu den großen europäischen Nationen suchte, wird ein völlig eigenständiges Auto geboren: der Duchène Ford-Lotus. Einziges Prototyp, er verkörpert eine Ära, in der Leidenschaft, Einfallsreichtum und freie Kreativität es noch einigen Männern ermöglichten, Autos von technisch bemerkenswerter Qualität jenseits industrieller Rahmen zu schaffen.
Ausgangspunkt des Projekts ist Maurice Duchène, talentierter Rennfahrer und Geschäftsführer eines Präzisionsmechanik-Unternehmens in Bourgoin-Jallieu. Früher bei Matra, beschließt er, seinen eigenen Rennwagen-Bobbycar? besser: "Barquette" zu bauen, kompromisslos, und holt sich Jacques Hubert an seine Seite, erstklassiger Ingenieur aus dem René-Bonnet/ Matra-Studienbüro. Gemeinsam greifen sie auf ein von Matra aufgegebenes Projekt zurück, den Coupé 610 „Napoléon“, um eine leichte, leistungsstarke Barquette zu entwerfen, perfekt geeignet für Bergrennen und Rallyes.
Das Auto beruht auf einem eleganten Rohrrahmen-Chassis, verstärkt durch eine Mitteltraversen, das eine außergewöhnliche Steifigkeit bei handwerklicher Bauweise bietet. Der Ford Cortina-Lotus 1600 cm³-Motor, installiert in mittlerer hinterer Position, wird von zwei Doppelvergasern gespeist und leistet ca. 120 PS, je nach Vorbereitung bis zu 180 PS. Das Hinterachs-Fahrwerk stammt direkt aus Matra-Prototypen, die Matra Formel-2-Felgen, das Renault-Getriebe und zahlreiche Magnesiumbauteile zeugen von einer Konstruktions- und Veredelungsqualität, die weit über den damaligen Standards für ein Einzelstück liegt.
Eine Seltenheit für eine Barquette dieses Niveaus: Die Duchène Ford-Lotus ist zugelassen, was Maurice Duchène die Teilnahme sowohl an Bergrennen als auch an Rallyes ermöglicht. Sie glänzt rasch mit mehreren Spitzenleistungen, darunter zwei Gesamtsiege bei den Bergrennen von Le Gua und Crémieu. Intensiv genutzt in den späten 1960er Jahren und zu Beginn der 1970er Jahre, entwickelt sie sich im Laufe der Zeit – sowohl aerodynamisch als auch regulatorisch – weiter, behält aber ihre ursprüngliche Architektur bei.
Nach einer Phase des Stillstands wurde das Auto in den 1970er Jahren von Gilles Machette gerettet, der eine vollständige und sorgfältige Restaurierung in Auftrag gab. Nach über fünf Jahren Arbeit erstrahlt die Barquette wieder in der Konkurrenz zwischen 1980 und 1990 und nimmt an zahlreichen historischen Bergrennen und Slaloms teil. Ihr einzigartiger Charakter, ihre Performance und Ästhetik ziehen die Aufmerksamkeit aller Paddocks auf sich.
Die jüngste Restaurierung, durchgeführt vom aktuellen Besitzer, markiert das dritte Leben dieses außergewöhnlichen Fahrzeugs. Tiefen Respekt vor der Authentizität venläßt, gehen dennoch diskrete Verbesserungen einher, zur Zuverlässigkeit und Sicherheit im Alltag und bei Veranstaltungen: moderne verstellbare Stoßdämpfer, umfassende Überholung der Fahrwerke, Bremsanlage angepasst an den Straßenverkehr und an den Einsatz bei Events.
Heute steht die Duchène Ford-Lotus für viel mehr als einen isolierten Prototyp. Sie ist ein seltenes Zeugnis des goldenen Zeitalters französischer Handwerkerkonstrukteure, ein essentielles Glied zwischen René-Bonnet, den ersten Matra und dem Geist, der wenige Jahre später zu den großen französischen Prototypen des Wettbewerbs führten.
Einzigartige Prototyp, mit dokumentierter Geschichte, verbunden mit bedeutenden Persönlichkeiten von Matra und dem französischen Motorsport, bietet sie eine außergewöhnliche Gelegenheit für jeden Sammler, der nach einem authentischen, leistungsstarken und historisch faszinierenden Auto sucht.














