Beschreibung
Der letzte Jet - Vom Konzept zum Vermächtnis: Aston Martin Bertone Jet 2+2 Im Sommer 2012 setzte ein unscheinbares Treffen in einem bescheidenen Flughafencafé außerhalb von Mailand die Entwicklung des letzten jemals von Bertone produzierten Autos in Gang. An einem schlichten Formica-Tisch saßen Barry Weir, ein erfahrener Rallyefahrer, Aston Martin-Sammler und Grand Tourer, und Lilli Bertone, die Nachlassverwalterin des berühmten Designhauses ihres verstorbenen Mannes Nuccio. Auf dem Tisch lagen keine formellen Briefings oder Firmenpräsentationen - nur eine Papierserviette, auf der die ersten konzeptionellen Skizzen des Aston Martin Jet 2+2 Gestalt annahmen. Dieser Moment markierte den Höhepunkt einer Trilogie, die sich über mehr als ein halbes Jahrhundert erstreckte. Eine Trilogie der Extraklasse Die Linie begann 1961 mit dem Aston Martin DB4 GT Jet, einem Einzelstück, das der 22-jährige Giorgetto Giugiaro während seiner Zeit bei Bertone entworfen hatte. Er wurde auf dem Genfer Autosalon vorgestellt und für seine avantgardistische Eleganz und aerodynamische Reinheit gefeiert. Jahrzehnte später erzielte er bei Bonhams 3, 25 Millionen Pfund, was seine bleibende Bedeutung unterstreicht. 2004 gab Lilli Bertone den Jet 2 in Auftrag - einen zweisitzigen Shooting Brake auf DB9-Basis, der Aston Martins mechanische Raffinesse mit Bertones unverwechselbarer Formensprache verband. Der Jet 2+2, der auf dem Genfer Automobilsalon 2013 zusammen mit seinem Vorgänger enthüllt wurde, sollte den Abschluss der Trilogie bilden. Der Jet 2+2 wurde auf einer nicht registrierten Rapide-Plattform von Aston Martin gebaut und war ein echter Grand Tourer mit vier Sitzen, der vier Erwachsene und ihr Gepäck aufnehmen konnte, ohne dabei an Proportionen oder Haltung einzubüßen. Konzeption bis zur Fertigstellung Ursprünglich hatte Weir versucht, den Jet 2 zu erwerben, erhielt aber stattdessen das Angebot, ein völlig neues Modell in Auftrag zu geben - unter der Bedingung, dass Aston Martin zustimmte. Nachdem er diese Zustimmung erhalten hatte, ging das Projekt mit bemerkenswerter Geschwindigkeit voran. In etwas mehr als drei Monaten formten die Handwerker von Bertone Aluminium und Kohlefaser zu einer einzigartigen Shooting-Brake-Form und integrierten ein abblendbares Panoramaglasdach, umklappbare Rücksitze und eine größere Kopffreiheit im Fond, wobei der ursprüngliche Radstand und die dynamische Balance des Rapide beibehalten wurden. Die mechanische Spezifikation blieb dem Vorgängermodell weitgehend treu: ein 5, 9-Liter-V12, der 558 PS über eine hinten montierte Transaxle leistete und etwa 200 mph schnell war. Doch der Jet 2+2 war mehr als nur eine technische Übung - er war dafür gedacht, dass man mit ihm lebt. Innerhalb des ersten Jahres legten Barry und seine Frau mehr als 17. 500 Meilen quer durch Europa zurück - ein Beweis für seine langbeinigen Touring-Fähigkeiten und seine maßvolle Leistungsentfaltung. Das letzte Kapitel Kurz nach dem Debüt des Wagens meldete Bertone Insolvenz an. Der Jet 2+2 sollte der letzte Auftrag bleiben, der die Turiner Werkstätten verließ. Alle Originalwerkzeuge, Formen und Modelle wurden an Weir übertragen, um den Erhalt des Fahrzeugs zu gewährleisten, aber eine Vervielfältigung zu verhindern. Der Jet 2+2 bietet einen Grad an Exklusivität, den selbst die seltensten zeitgenössischen Grand Tourer nicht erreichen. Wo ein Ferrari GTC4 Lusso in freier Wildbahn gesichtet werden kann, wird der Jet 2+2 immer nur als flüchtiger Abglanz erscheinen - seine Seltenheit ist gesichert, sein Erbe besiegelt. Er steht heute nicht nur als einzigartiger Aston Martin, sondern auch als Schlusspunkt einer der traditionsreichsten Carrozzerien Italiens.










