Beschreibung
Verkaufsinfos Als Autobegeisterte freuen wir uns natürlich (fast) über alles, was auf Rädern unterwegs ist und aus Italien kommt. Vor allem, wenn es aus Mailand kommt. Ein echter Alfa Romeo GT Junior spricht uns daher ganz besonders an. Aber dann wieder… versuch erst mal, einen zu finden. Das wird inzwischen immer schwieriger. Vor allem, weil die meisten wirklich guten Exemplare längst verschwunden sind und bei Enthusiasten gelandet sind. Und weil wir nicht mit einem Restaurierungsprojekt starten wollen, das lange dauert und oft auch zu teuer wird, halten wir stets Augen und Ohren offen nach einem sofort fahrbereiten Wagen. Nicht überrestauriert, sondern einer, der noch Seele hat und riecht, als wäre er gerade erst aus dem Showroom gerollt. Dass das Finden eines solchen Autos oft von Beziehungen und Zufällen abhängt, macht das Ganze nur noch schöner.
Also: Wie haben wir dieses Auto bekommen? Nun, eigentlich war das reiner Zufall, denn wir waren in Italien für etwas ganz anderes: eine klassische Oldtimer-Auktion. Allerdings standen die Erlöse der Autos bei dieser Auktion in keinem Verhältnis zueinander, und da wir weder wollen noch können, bei so etwas Top-Dollars zu zahlen, haben wir die Auktion an uns vorbeiziehen lassen. Außerhalb der Auktionsgebäude war es dann aber deutlich spannender, denn dort wurden bei Händlern und Privatleuten ihre „macchina“ feilgeboten. Unter dieser Auswahl, zu der auch mehrere GT Juniors gehörten, hat uns sofort ein weißer besonders ins Auge gestochen.
Der clevere Besitzer, im italienischen Stil gekleidet, erzählte uns die Geschichte hinter seinem Wagen in perfektem Englisch. Das Auto wurde am 3. Januar 1970 vom Alfa-Romeo-Händler Autonieri in Massa Carrara an Alessandro Francesconi in Camaione ausgeliefert. Alessandro war zu diesem Zeitpunkt kein junger Mann mehr, denn er war 1921 geboren, was ihn bei dem Kauf 49 Jahre alt machte. Sein junges, wildes dunkles Haar hatte vielleicht schon begonnen, auszufallen – und wir dürfen getrost annehmen, dass das Ausbleiben allzu lebhaften Auftretens durch den Besitzer dem Wagen gutgetan hat.
Also: Im Neuzustand war das schöne Coupé im Grunde von Anfang an in guten Händen. Alessandro war ein echter Enthusiast: Er pflegte den Wagen sehr gut und, ganz besonders wichtig, bewahrte den weißen Junior auch in dem eher trockenen italienischen Klima stets an einem sehr trockenen Ort auf. So war das Auto, als er es etwa um 2005 verkaufte, noch immer in einem sehr guten Zustand. Nur die Karosserie brauchte einige kleinere Reparaturen und einen neuen Lack. Das hatte der neue Besitzer zwar geplant, aber selbst wenn es nicht allzu viel Arbeit gewesen wäre, ist es nie passiert.
Das Auto wurde zerlegt, die Karosseriearbeiten erledigt und lackiert. Das war auch schon das Ende der Geschichte. Der Wagen stand etwa 10 Jahre unvollendet in der Garage. Bis „unser Lieferant“ Emanuele davon hörte und das Auto kaufte. Nach mehreren Jahrzehnten, in denen er professionell in der Autobranche gearbeitet hatte, merkten wir schnell: Hier handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen echten „Alfist“. Emanuele erzählte uns allerlei Dinge, aber wir hatten das Gefühl, da steckte noch mehr dahinter.
Nachdem wir den Junior gründlich geprüft und ausgiebig getestet hatten, wurde der Kauf abgeschlossen – und es war vereinbart, dass wir ihn am folgenden Wochenende abholen. Ein guter Freund hatte Zeit, uns zu begleiten, also machten wir uns zu zweit auf den Weg in ein kleines Dorf unterhalb des Gardasees. Am frühen Morgen angekommen, stellte sich heraus, dass Emanuels Haus fast schon wie ein Museum wirkte. Liebevoll in einem Stil dekoriert, den nur Italiener so hinbekommen: Das Wohnzimmer strahlte seine Liebe zu klassischen Autos aus – und auch die der Dame im Haus. Fotos, Statuen und Kuriositäten spiegelten die Familiengeschichte wider.
Nach einem kräftigen Espresso flossen die Geschichten nur so dahin – und unser Bauchgefühl, dass da mehr dran war, bestätigte sich. Geschichten über seinen Großvater, der früher ein sehr großer FIAT-Händler in den Gebäuden über der Straße vom Haus war. Diese gehörten heute Emanuele und boten einen wunderschönen Ort, um die verschiedenen Autos zu lagern, die er mittlerweile als Hobby besitzt.
Geschichten auch darüber, wie weder sein Großvater noch sein Vater bereit waren, ihm als armen Studenten Geld zu leihen, um eine Giulietta Spider zu kaufen. Der Grund: Eine Alfa sollte nicht in eine Familie gehören, auf deren Gebäude FIAT groß in die Fassade geschrieben stand. Um einen Eindruck von dem imposanten Gebäude zu geben, haben wir außerdem ein Foto von ihm zusammen mit den Autophotos eingefügt.
Trotzdem ließ Emanuele nicht locker und kurz darauf gelang es ihm, ein Restaurierungsprojekt zu sichern. Einen Spider, den er noch immer besitzt – und natürlich niemals verkaufen wird. Und seine wunderschöne 1900 CS sowie die Giulietta Sprint, die er auf Sizilien gefunden hat: eine der ersten, die noch von Hand gebaut wurden – und sich in mehreren Punkten von den späteren Sprints unterscheidet.
Ein fabelhaftes, nicht restauriertes Auto, das gerade erst wieder zurückgekommen war, nachdem es ein Jahr lang dem Alfa-Romeo-Museum geliehen gewesen war. Wir könnten noch viel erzählen, aber am Ende lief es darauf hinaus, dass wir es hier mit einem echten Auto-Enthusiasten zu tun hatten, der uns ein ähnliches Auto verkauft hat. Er kaufte den Junior etwa vor drei Jahren und baute ihn wieder auf. Alles musste natürlich original bleiben – und etwas Altes mit ein wenig Verschleiß war für ihn besser als etwas komplett Neues aus der Kiste, obendrein aus China, war sein Ansatz. Und dem können wir nur zustimmen.
Er hat wirklich alles richtig gemacht und ersetzte dabei nur…













