Beschreibung
Die Volkswagen Karmann Ghia erscheint offiziell im Jahr 1955. Sie ist das Ergebnis einer einzigartigen Zusammenarbeit zwischen Volkswagen, das die bewährte mechanische Basis des Käfers liefert, Karmann, verantwortlich für Herstellung und Montage der Karosserien, und Ghia, verantwortlich für das Design. Das Ergebnis ist ein elegantes, flaches und sinnliches Auto, konzipiert, um eine Kundschaft zu verführen, die Ästhetik sucht, ohne die Zuverlässigkeit von Volkswagen zu opfern.
Technisch übernimmt die Karmann Ghia die Architektur des Käfers mit einem luftgekühlten Boxermotor hinter dem Heck und einem einfachen, aber robusten Fahrwerk. Es ist kein Sportwagen im strengen Sinn, sondern eher ein Gran Turismo Coupé (und später Cabrio) zum Spazierfahren, angenehm und alltagstauglich. Von Anfang an zeichnet sie sich durch eine fast handwerklich geformte Karosserie aus, was höhere Produktionskosten und kleinere Stückzahlen im Vergleich zu anderen VW-Modellen erklärt.
In den ersten Jahren, von 1955 bis 1959, entstehen die sogenannten „lowlight“-Modelle, erkennbar an ihren flachen Scheinwerfern. Die 60er Jahre sehen eine schrittweise Weiterentwicklung mit leicht leistungsstärkeren Motoren, besserer Innenverarbeitung und moderneren Ausstattungen. Ab Ende der 60er Jahre bis zur Einstellung der Produktion 1974 tritt die Karmann Ghia in ihre Endphase ein, gekennzeichnet durch Anpassungen an Sicherheitsnormen und eine zeitgemäßere Präsentation. Insgesamt werden etwa 445. 000 Exemplare produziert, was im VW-Kontext relativ bescheiden ist.
Dieser Wagen wurde neu in Deutschland im Februar 1972 ausgeliefert. Dieses Jahr gehört zu den letzten europäischen Iterationen der Karmann Ghia. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Modell eine technische Reife erreicht, während der ursprüngliche Charme der Version erhalten blieb. Unter der Heckhaube findet sich der 1600 cm³ Boxermotor Typ 1, der rund 50 PS DIN entwickelt. Kombiniert mit einem Viergang-Schaltgetriebe ermöglicht er eine ruhige und entspannte Fahrweise mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 145 km/ h. Die Leistungsdaten sind nicht spektakulär, doch Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit gehören zur DNA des Modells.
Optisch übernimmt die Karmann Ghia von 1972 die großen rechteckigen Heckleuchten, eingeführt zu Beginn der 70er Jahre, die dem Heck deutlich mehr Modernität verleihen. Die Stoßstangen sind dicker als in den vorherigen Jahrzehnten, um Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, doch die europäischen Versionen behalten eine deutlich feinere Linie als die für den nordamerikanischen Markt bestimmten. Die Silhouette bleibt harmonisch, viele betrachten diese Phase als gutes Gleichgewicht zwischen klassischer Eleganz und modernen Anforderungen.
Im Innenraum wirkt das Ambiente funktionaler als luxuriös, aber deutlich ausgereifter als bei den Modellen der 50er- oder frühen 60er-Jahre. Das mattschwarze Armaturenbrett reduziert Reflexe, die runden Instrumente bleiben einfach und gut ablesbar, und die Sitze bieten besseren Komfort auf langen Strecken. Das Heizsystem, oft kritisiert bei älteren VW, ist ebenfalls verbessert, was das Auto im europäischen Klima angenehmer nutzbar macht.
Die Spezifikationen der europäischen Modelle von 1972 sind für Sammler wichtig. Im Gegensatz zu den US-Versionen unterliegen sie nicht den strengsten Emissionsnormen, was sich in einer einfacheren und oft zuverlässigeren Mechanik niederschlägt. Die Beleuchtung, Blinker und einige Details der Ausstattung entsprechen europäischen Normen, und das Fahrgefühl wird allgemein als authentischer empfunden, ohne die vom nordamerikanischen Markt auferlegten Kompromisse.
Dieses Exemplar präsentiert ein wunderbares, neu gestaltetes Interieur und eine gut gewartete Mechanik. Die Farbkombination ist perfekt – Willow Green/ Weiß außen und braunes Innenleben war damals auf dem europäischen Markt sehr geschätzt.











