Beschreibung
Ich sage oft: „Ich bin auf der Rückbank eines solchen Autos groß geworden“, aber eigentlich müsste ich sagen, dass ich auf der Rückbank vieler dieser Wagen aufgewachsen bin. So war die Vorliebe meines Vaters für T-Serien Bentleys – an jedem Wochenende kam ein neuer, der uns abholte – und unweigerlich habe ich dadurch die gleiche Voreingenommenheit.
Als nutzbares und bezahlbares Klassiker-Auto ist ein guter Bentley T vielleicht die beste Wahl, die es gibt.
Die entscheidende Formulierung ist dabei „ein gutes Beispiel“. Glücklicherweise ist 623 UJO in jeder Hinsicht „ein gutes Beispiel“.
Zuerst ist sie komplett original, und ich bin viel eher Verfechter der Tugenden eines gut gepflegten Originalwagens als der eines restaurierten Exemplars – Original ist eben nur einmal, und Bentley hat das damals außergewöhnlich gut gemacht!
Und auch in ihrer Werksausstattung präsentiert sie sich hervorragend: Moorland Green über Tan. Kürzlich hat sie außerdem eine komplette zweistufige Machine-Coat-Politur und eine Keramikversiegelung bekommen. Das Blechwerk/ der Lackglanz ist nahezu perfekt, und auch der Innenraum – mit dem optionalen kontrastierenden Top-Roll, den hinteren Kopfstützen, Lammwoll-Überwürfen, den hinteren Make-up-Spiegeln & dem Werks-Hollandia-Schiebedach – ist brillant erhalten, weil sie nie „connolisiert“ wurde.
Alle Features und Funktionen funktionieren ebenfalls makellos: Zentralverriegelung für alle Türen und den Kofferraum, alle Fenster von allen Schaltern, die Armaturenbrett- und Innenraumleuchten, Antenne per Knopfdruck, A/ C bläst schön eisig, usw. usw. Es gibt hier nichts, was ich als „muss man angehen“ bezeichnen würde – sie ist wirklich „on the button“.
Der jüngste Besitzer hat zudem hintere Sicherheitsgurte mit Aufrollautomatik nachrüsten lassen sowie eine moderne Stereoanlage mit Bluetooth-Konnektivität. Und natürlich wurde die Wartung jederzeit auf dem neuesten Stand gehalten – die entsprechenden Rechnungen liegen natürlich im sehr guten Historienordner.
Zu den jüngeren Arbeiten gehörten neue vordere Bremsen, neue Motorlager und überholte Vergaser zusätzlich zum normalen Motorservicings.
Somit gehört sie eindeutig zu den besten T’s, die ich je fahren bzw. betreiben durfte.
Als 1976er Exemplar profitiert sie außerdem von dem aktualisierten T2-Unterbau – und gleichzeitig von den attraktiveren verbeulten/ ausgestellten Radläufen – während sie die frühe T1 Front- und Heckschürze beibehält, mit den deutlich hübscheren verchromten Stoßfängern. Ein Sweet Spot in der Produktionslaufzeit – und zudem extrem selten: Nur 65–85 UK-RHD-Autos verließen so die Fabrik (je nachdem, welches Buch du liest).
In Summe also: ein echter Kracher!














