Beschreibung
Rolls-Royce 20/ 25 Estate Car – 1934 –
Chassis GLG1
Einige Automobile durchqueren das Jahrhundert im Grunde geradlinig.
Diese jedoch setzte auf Umwege – und genau das macht ihren Reiz aus.
Ausgeliefert im Jahr 1934 auf einem Rolls-Royce 20/ 25 Chassis, erhält der Wagen zunächst eine Landaulette-Karosserie von Maythorne, in Biggleswade in Bedfordshire: klassisches Innen-Driving vor dem Verdeck, der hintere Bereich als Aufsatz/öffnbar für die Passagiere.
Eine typische Konfiguration für die Meister-/ Herrschaftswagen der Zwischenkriegszeit.
Dann kommt der Krieg – und mit ihm der Bedarf an nutzbaren statt zeremoniellen Autos.
In der Zeit nach dem Konflikt wird die 20/ 25 zum Estate Car umgebaut – was man in Frankreich als „break de chasse“ bezeichnet.
Der Umbau soll von einem Landwirt vorgenommen worden sein: Als das Fahrzeug Jahrzehnte später wieder auftaucht, trägt der Innenraum noch Spuren vom Transport von Schafen.
Eine Rolls-Royce, umgewandelt zum Hof- bzw. Farmfahrzeug – die Anekdote würde die Herren aus Derby zum Schmunzeln bringen, aber sie erzählt die Geschichte des Nachkriegs-Englands ganz vortrefflich.
Trotz dieses zweiten, rustikalen Lebens ist das Wesentliche erhalten geblieben: die verglaste Trennwand zwischen Fahrer und Passagieren sowie die Strapontins sind weiterhin vorhanden.
1989 wird das Auto von seinem heutigen Besitzer zurückgekauft – in einem Zustand großer Ermüdung.
Es folgt eine komplette Restauration, durchgeführt in England und 1992 abgeschlossen: Arbeiten an Chassis, Motor, Karosserie und Interieur.
Damit kehrt der Wagen zu seiner Bordeaux-schwarzen Lackierung zurück, mit passender Lederausstattung.
Seitdem führt er ein bewusstes Leben: Hochzeiten und große Anlässe im Auftrag eines Restaurants in Schweden, wo er zugelassen war (PAH 414).
Die Karosserie zeigt heute eine schöne, dem Alltag abgerungene Patina, und die Mechanik läuft mit der Regelmäßigkeit, die man von einem gepflegten Rolls-Royce-Reihensechszylinder erwartet.
Besondere Punkte: eine extrem seltene Estate-Konfiguration auf Basis der 20/ 25, fünf Strapontins und vier dauerhaft nutzbare Sitzplätze, die originale und weiterhin funktionale verglaste Trennwand.
Ein Sammlerwagen, der neun Personen mitnehmen kann – wie viele können das schon von sich behaupten?














