Beschreibung
Es gibt wunderschön restaurierte Mercedes-Benz Pagoden, und dann gibt es die seltenen Exemplare, deren Bedeutung weit über eine bloße Restaurierung hinausgeht. Autos, die nicht nur als Objekte des Designs überdauern, sondern als Artefakte einer bestimmten Welt – über Generationen sorgfältiger Pflege bewahrt, begleitet von Geschichten, die so reich dokumentiert sind, dass sie sich eher wie fein gebundene Biografien anfühlen als wie Kraftfahrzeuge.
Dieses außergewöhnliche Mercedes-Benz 250SL aus dem Jahr 1967 ist solch ein Auto.
Produziert in jener Zeit, von der viele die goldene Ära der Mercedes-Benz-Ingenieurskunst sprechen, bleibt der 250SL die begehrteste Variante der W113 Pagoda-Linie aus intellektueller Sicht. Gebaut in kaum mehr als einem Jahr und weltweit auf nur 5. 196 Exemplare beschränkt, steht er zwischen der frühen Zartheit der 230SL und der späteren Reife des 280SL – die perfekte Balancepunkt. Leichter und intimer als sein Nachfolger, aber dank des verstärkten 2, 5-Liter-M129-Motors und Scheibenbremsen hinten bietet er ein Fahrerlebnis von bemerkenswerter Balance und Raffinement.
Lackiert in dem exquisit dezenten Werksfarbton DB178 Mittelgrau Metallic über schwarzer Innenausstattung, besitzt dieses Exemplar eine Tiefe des Charakters, die heute selten zu finden ist. Je nach Licht wirkt der Lack in einem gedämpften Anthrazitgrau; in anderem Licht treten darunter malerische, grünlich-salbe Untertöne hervor – mit fast Aquarell-Subtilität. Es ist eine außerordentlich elegante Farbe – nuanciert, architektonisch und vollkommen periodengerecht – perfekt ergänzt durch die Reichhaltigkeit und Zurückhaltung des schwarzen Innenraums.
Als weitere Auszeichnung behält das serienmäßige, abnehm-Top eine seltene blau getönte Verglasung durch alle Fenster – nicht nur die Windschutzscheibe – eine außergewöhnlich ungewöhnliche und äußerst begehrte Epoche-Eigenschaft, die dem Innenraum von innen eine wunderbar atmosphärische Färbung verleiht.
So fesselnd wie die Ästhetik ist, ist es die Provenienz, die diesen Pagoda wirklich in eine erstklassige Sphäre hebt.
Dem Auto liegt eine außergewöhnlich vollständige und schön erhaltene Historienakte bei, einschließlich Originalverkaufsrechnung, seltener gestempelter Serviceheft, Zeitrechnungen, Spezialrestaurationsdokumentationen und zahlreichen originalen Zusatzgegenständen, die zusammen ein bemerkenswert-intimes Porträt des Lebens des Autos über fast sechs Jahrzehnte hinweg bieten.
Besonders bemerkenswert ist die historische Herkunft des Autos, die zurückführt zur angesehenen Pew-Familie aus Philadelphia – eine der großen Old-Money-Dynastien Amerikas und Hauptaktionäre von Sunoco Oil. Das Auto gehörte ursprünglich Walter Pew, bevor es an seine Tochter überging; deren Obhut ist in der Historienakte durch Serviceaufzeichnungen, Inspektionsstempel und Belege, die während ihrer Amtszeit aufbewahrt wurden, umfassend dokumentiert. Eine solche Provenienz passt völlig zur Pagoda selbst: dezent vermögend, kultiviert und zurückhaltend – genau so, wie wahrer generationsübergreifender Reichtum oft ist.
Beeindruckend ist, dass das Auto zwischen der letzten dokumentierten Servicestelle unter Familienbesitz und dem Erwerb durch seinen jüngsten Vormund außerordentlich geringe Kilometerleistung aufweist, was die außergewöhnliche Originalität und Erhaltung des Fahrzeugs heute weiter unterstreicht.
Das Auto bewahrt zudem mehrere wunderbare seltene Details, die mit der Zeit oft verloren gehen, darunter das originale Becker-Radio und ein außerordentlich seltener originaler Ersatzreifenkopf – genau jene Kleinigkeiten, nach denen Pagoda-Sammler jahrelang suchen.
Die Begleitdokumentation der Restaurierung dokumentiert Ausgaben von über 26. 000 Pfund jüngster Spezialarbeiten, durchgeführt nicht als kosmetische Übung, sondern als tief durchdertes Erhaltungs- und behutsames Restaurationsprogramm. Die Rechnungen wirken insgesamt weniger wie Wartungsprotokolle und eher wie ein Katalog der Hingabe.
Erhebliche Ausgaben bei renommierten Mercedes-Benz-Spezialisten SLS Hamburg dokumentieren die Beschaffung von fabriksstilisiertem Interieur, Gummidichtungen, Halterungen, Leuchtteilen, Sonnenvisieren, Kofferraumkomponenten, Montagematerial und zahllosen Pagoda-spezifischen Details, die bei minderwertigeren Restaurierungen selten adressiert werden. Weitere Spezialrechnungen erläutern die Aufarbeitung und Neueindrahtung der Frontkühlerschmuck und der Leuchtenelemente, während angesehene Karosseriemeister sorgfältig die Restaurierung der Innenverkleidungen gemäß MB-Tex-Spezifikation vornahmen.
Das Auto hat auch von folgendem profitiert:
- eine Streifenlos-Rostschutz- und Neulackierung in dem ursprünglichen DB178 Mittelgrau Metallic
- umfangreiche Karosserie- und Lackvorbereitungsarbeiten
- Felgenaufbereitung
- periodengerechte Michelin-Reifen von Longstone Tyres
- Innenraum-Redressierung und Detailverarbeitung
- spezialisierter Transport- und Veredelungsarbeiten
Wichtig ist, dass die Restaurierung behutsam und mit Wissenschaftlichkeit erfolgte, nicht überzogen. Nichts wirkt überrestauriert oder künstlich modernisiert. Stattdessen behält das Auto Wärme, Tastbarkeit und stille Würde, die in zeitgenössischen Restaurierungen oft verloren gehen.
Besonders bemerkenswert ist die außergewöhnliche Erhaltung der Karosserie selbst. Die originalen Radläufe sind wunderschön intakt, der Kofferraumboden und die Kofferrandung in wunderbarem Originalzustand – Bereiche, die von sachkundigen W113-Sammlern sofort geprüft würden. Das Auto behält auch sein originales vollständiges Werkswerkzeugset, eine weitere zunehmend schwer fassbare und hoch geschätzte Überlebensr?kte.
Im Innenraum besitzt die Kabine eine Art zurückhaltende Mittsechziger-Eleganz, für die Mercedes-Benz fast alles bisher besser konnte als fast jeder andere. Das schwarze Interieur, das weite Glasfensterband, zarte Chromzier, und die seltenen blau getönten Hardtop-Glasscheiben erzeugen eine Atmosphäre, die eher an einen privaten Members’ Club an der Côte d’Azur erinnert als an einen konventionellen Sportwagen.
Auf der Straße ist der 250SL schlichtweg bezaubernd. Der M129-Reihensechszylinder liefert seine Kraft mit samtiger Geschmeidigkeit und raffiniertem Drehmoment, während Sichtbarkeit, Lenkpräzision und Gelassenheit daran erinnern, warum die Pagoda in den 1960er-Jahren mit anspruchsvollem europäischem Grand Touring assoziiert wurde.
Dies ist ein historisch originales, schön dokumentiertes und außergewöhnlich gut erhaltenes Exemplar mit aristokratischer Provenienz, restauriert mit viel Sorgfalt und intellektueller Ehrlichkeit. Ein Auto, dessen Reiz nicht in Prunk liegt, sondern in Nuancen, Seltenheit, Authentizität und dem tief kultivierten Leben, das es offensichtlich geführt hat.














