Beschreibung
Die Daimler SP250 entstand Ende der 1950er Jahre, eine Zeit, in der die britische Automobilindustrie versuchte, Sportwagenliebhaber zu begeistern, insbesondere auf dem US-Markt. Daimler, bisher bekannt für seine traditionell luxuriösen Modelle, nahm mit 1959 ein Gegenmodell zu seinem üblichen Image und brachte einen kompakten, sportlichen Roadster heraus. Die SP250, zunächst unter dem Namen Dart bekannt, sorgte auf der New York Auto Show dank ihres 2, 5-L-V8-Motors, konstruiert vom Ingenieur Edward Turner, der bereits berühmt war, für Aufsehen. Leicht, nervös und sehr geschmeidig, verlieh dieser Motor dem Auto erstaunliche Leistungen für seinen Hubraum, mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 190 km/ h.
Worin sich die SP250 noch deutlicher abgrenzte, war die Wahl der Karosserie. Daimler setzte auf Glasfaser, ein modernes und leichtes Material, das Korrosion vermied, aber der Karosserie eine markante Silhouette verlieh, die manchmal als elegant und manchmal als exzentrisch bewertet wurde. Ihre runden Linien, auffälligen Scheinwerfer und die kühlergrill in Fischform machten sie zu einem sofort wiedererkennbaren Modell.
Das Auto war nicht frei von Mängeln. Die erste Serie, liebevoll als »A-Spec« bezeichnet, litt unter Problemen mit der Steifigkeit des Rahmens, was zu Verformungen und gelegentlich heiklem Fahrverhalten führte. Daimler korrigierte dies rasch mit den folgenden Versionen, der B-Spec und dann der C-Spec, indem die Struktur verstärkt und die Innenverarbeitung verbessert wurde. Trotz dieser Anpassungen blieb die SP250 ein Nischenauto, produziert in nur etwa 2. 600 Exemplaren zwischen 1959 und 1964.
Die Geschichte nahm eine besondere Wendung, als Jaguar Daimler 1960 übernahm. William Lyons, Kopf von Jaguar, war von der Originalität der SP250 nicht völlig überzeugt und zog es vor, seine Kraft auf die eigenen Modelle zu konzentrieren, insbesondere die Type E, die bald die Quintessenz des britischen Roadsters verkörpern sollte. Die SP250 setzte dennoch ihre karge Karriere unter der Flagge Jaguar-Daimler fort, bis zu ihrem endgültigen Ende.
Rückblickend nimmt die Daimler SP250 einen eigenartigen Platz in der Geschichte des britischen Automobilbaus ein. Sie verkörpert den mutigen Versuch eines Traditionsherstellers, sich mit einem ungewöhnlichen Sportwagen neu zu erfinden. Auch wenn ihr Design die Leidenschaft der Fans weiterhin spaltet, wird ihr V8-Motor einstimmig als technischer Erfolg und als pulsierendes Herz gelobt, das diesem kleinen Roadster eine einzigartige Persönlichkeit verliehen hat. Heute ist sie bei Sammlern begehrt, die ihr die Mischung aus Originalität, Seltenheit und charmantem Shabby Chic schätzen.
Wie die Plakette des Markenimporteurs für Frankreich bestätigt, Royal Elysées – Ch. Delecroix, gehört dieses Exemplar zu den wenigen Neuwagenmodellen, die in Frankreich verkauft wurden. Zulassung am 20. Mai 1965, 1990 in Paris auf eine Bewohnerin des 17. Arrondissements zugelassen. Beeinflusst von seinem exotischen Erscheinungsbild und großer Liebhaber englischer Autos konnte Jean-Pierre Nylin es im Jahr 2008 erwerben. Die Karosserie wurde einst neu lackiert und die Polsterung in Kunstleder erneuert. An Bord dieses rechtsgelenkten Exemplars findet man das komplette Armaturenbrett, den Tacho in km/ h und ein Moto-Lita-Zubehörlenkrad; der Tacho zeigt 4. 598 km, während er bei der letzten Hauptuntersuchung 2014 noch 4. 573 km anzeigte.
Das Auto hat gerade eine umfassende Wartung erhalten. Der Motor läuft sehr gut. Der Lack glänzt, aber wie bei vielen Fahrzeugen mit Faser-Karosserie gibt es mehrere Mängel.













