Beschreibung
Als STD, Sunbeam-Talbot-Darracq, 1934 pleite ging, war es der italienische Ingenieur Antonio Lago, der Talbots Markenrechte übernahm. Lago setzt die Produktion von Luxussportwagen fort und ist im Rennsport aktiv. Die Marke schaffte sogar einen Grand-Prix-Sieg und trotz der starken Gegenwehr aus Italien und Deutschland gewann die Marke sogar Le Mans.
Das ultimative vor dem Krieg liegende Auto der Marke ist der 4, 0-Liter Lago Special. Mit 165 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von über 160 km/ h war es ein Auto, das unvergleichlich war. Im Jahr 1946 wurde das Modell überarbeitet und fortan als T26 Record bezeichnet. Mit Hydraulikbremsen, Wilson-Preselector-Getriebe und einer 4½‑Liter‑Doppelzahner-Version des klassischen Langhub-OHV-Motors.
Die Bezeichnung ‚T26‘ war schon zuvor verwendet worden, für GP‑Rennwagen in den späten 1930er-Jahren und bezog sich auf die Steuerrate des Autos (26 CV).
Wie viele Autohersteller, die in diesem Segment tätig waren und gegen die „großen Jungs“ antraten, standen Talbot-Lago schwierige Zeiten bevor. In den frühen 1950er-Jahren stand Talbot-Lago aufgrund der Steuerpolitik der französischen Regierung in ernsthaften Nöten. Autos mit einem Hubraum von mehr als 3 Litern wurden stark bestraft, und während 1950 433 Talbot-Lagos einen Käufer fanden, waren es ein Jahr später nur noch 80.
Und dann, mit einem Umweg, gelangen wir schließlich zum einzigartigen Auto, das Sie hier auf den Fotos sehen. Ein ganz besonderes Talbot-Lago T26 Record von 1950 mit einer einzigartigen Karosserie von Veth & Zoon. Damals war es möglich, eine Werkskarosserie zu wählen, aber auch einen Rahmen, der an einen unabhängigen Karosseriebauer geliefert werden konnte. Mit diesem Ansatz stellte sich Talbot-Lago zwischen Größen wie Delage und Delahaye.
Das hier gezeigte Auto wurde an das niederländische Karosseriewerk Veth & Son übergeben, das 1840 in Arnheim gegründet wurde. Anfangs wuchs das Unternehmen durch die Herstellung von Pferdewagen, doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann es auch Karosserien für motorisierte Transporte zu fertigen. Um zu zeigen, dass es sich hier nicht um ein kleines Hobbyunternehmen handelt: Das schnell wachsende Unternehmen wurde 1914 als offizieller Karosseriebauer des niederländischen Königshauses eingesetzt.
Vor dem Zweiten Weltkrieg befasste sich das Unternehmen mit Karosserien auf Basis der exklusivsten Marken, wie Bugatti, Hotchkiss, Bentley und Packard. Das Unternehmen existiert noch, hat aber seit den 1960er Jahren keine Autos mehr gebaut.
Im Jahr 1950 lieferte das Arnhem-Unternehmen dieses einzigartige Auto. Ausgehend von einem T26 Record und ausgestattet mit einem speziellen, sogenannten ‚Three Position‘-Cabrioverdeck. Zusätzlich zu offenen und geschlossenen Verdeck kann dieses Auto auch in einer Art Targa-Position gefahren werden.
In den 1990er-Jahren wurde das Auto von einem Sammler gefunden, der es als Faux Cabriolet fand, also ein Auto mit festem Dach, das einem Cabriolet ähnelt. Als erfahrener Sammler und Restaurator weckte das Auto seine Neugier, und er beschloss, es zu kaufen. Der Verdacht, dass es sich um ein echtes Cabriolet handelte, bestätigte sich nach einigen Recherchen. Die gesamte Motorhaube war unter dem ‚Fake-Dach‘ verborgen; die Entdeckung dieser Tatsache veranlasste den Restaurator kein Moment zu zögern und das Auto in voller Pracht wiederherzustellen.
In den folgenden Jahren wurde das Auto vollständig restauriert. Nicht nur ein wenig, sondern komplett body-off und mit größter Sorgfalt und Qualität wurde das Auto exakt so wiederhergestellt, wie es 1950 das Werk verließ.
Der Holzrahmen erhielt eine gründliche Restaurierung durch einen erstklassigen Spezialisten. Dasselbe geschah mit dem Motor, der von einem erstklassigen Überholer komplett neu aufgebaut wurde. Eine äußerst gründliche Renovierung, die 1993 abgeschlossen wurde. Als Sahnehäubchen wurde das Auto beim Pebble Beach Concours d’Elegance gezeigt.
Auch heute befindet sich das Auto in wunderschönem Zustand und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Restaurierung fast dreißig Jahre her ist. Das Auto befindet sich in neuwertigem Zustand, sowohl außen als auch im stilvollen Innenraum.
Der 4. 482cc große Sechs-Zylinder-Motor mit zwei Zenith-Stromberg-Vergasern produziert 172 PS bei 4. 200 U/ min und liegt gut in der Hand. Der Talbot-Lago besitzt eine unabhängige Vorderachse mit vier Trommelbremsen.
Der magische Name Talbot-Lago in Verbindung mit der nahezu einzigartigen Karosserie wird bei Rennen und Veranstaltungen immer Aufmerksamkeit erregen.








