Beschreibung
Der Alvis TD2, der im Oktober 1958 auf der Londoner Earls Court Motor Show vorgestellt wurde, löste den kurzlebigen TC 108/ G ab und stand sinnbildlich für Alvis’ Entschlossenheit, im exklusiven britischen Grand-Touring-Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Der TD21 verband bewährte Alvis-Technik mit moderner, eleganter Linienführung und wurde zu einem der erfolgreichsten Nachkriegsmodelle des Unternehmens.
Mitte der 1950er-Jahre stand Alvis allerdings vor einer großen Herausforderung. Die langjährigen Karosseriebauer Mulliner und Tickford waren in größere Motorhersteller eingegliedert worden und standen nicht mehr zur Verfügung, um Aufbauten zu liefern. Gleichzeitig hatten die attraktiven Graber-Versionen mit Schweizer Karosserie beim Alvis Three Litre gezeigt, dass Käufer eine zeitgemäßere Gestaltung wollten als die eher traditionelle „Grey Lady“-Limousine.
Um beide Probleme zu lösen, griff Alvis auf eine aktualisierte Version des Schweizer Hermann-Graber-Entwurfs zurück, ließ die Produktion jedoch bei Park Ward fertigen – dem renommierten Rolls-Royce- und Bentley-Karosseriebetrieb als Tochtergesellschaft. Dank moderner Fertigungsmethoden mit gepresstem Stahl bot Park Ward eine höhere Qualität, größere Gleichmäßigkeit und mehr Produktionskapazität als die zuvor bei Willowbrook gebauten TC 108/ G.
Mechanisch blieb der TD21 bei dem bewährten 2. 993-ccm-Reihen-Sechszylinder von Alvis, erhielt jedoch einen neu gestalteten Zylinderkopf und eine höhere Verdichtung. Dadurch stieg die Leistung auf etwa 115 bhp. In der Frühproduktion behielten die Fahrzeuge die TC-108/ G-Spezifikation bei, einschließlich Trommelbremsen, doch ab Anfang 1959 wurden servo-unterstützte Frontscheibenbremsen verfügbar und wurden bald zum Standard. Als Getriebeoptionen gab es:
Viergang-Schaltgetriebe
Optionales Borg-Warner-Automatikgetriebe
Optionales Laycock-Overdrive, das 1960 für Schaltwagen eingeführt wurde.
Diese Verbesserungen machten den TD21 zu einem verfeinerten, schnellen Tourer mit etwa 100–104 mph, mit vor allem sehr ruhigem, geschmeidigem Fahrverhalten.
KSJ 181 ist ein TD21 aus dem Jahr 1961, mit Historie ab Neuzustand: inklusive der ersten Rechnung (Lord Leigh of Stoneleigh) sowie einer umfassenden Service- und Pflegedokumentation ab 2011. Ganz klar ist er auf hohem Niveau erhalten worden, und obwohl er MOT-frei ist, verfügt er über eine hervorragende aktuelle MOT-Historie. Von 1988 bis 1992 wurde eine große Restaurierung „Karosserie runter“ durchgeführt, und das Interieur wurde in den Jahren 2011–12 mit beigem Leder neu bezogen – dazu West-of-England-Stoff für die Dachhimmel und neue Teppiche, alles nach Original-Alvis-Vorlagen. Der Tacho wurde für das längere Übersetzungsverhältnis der Hinterachse neu kalibriert und die Uhr auf elektronische Einleitung umgestellt. Seit 2022 wurden alle fünf Speichenräder überarbeitet, neu vernickelt und neu lackiert sowie mit neuen Reifen und Schläuchen montiert. Alle Arbeiten am Projekt werden durch Fotos und Belege belegt.
Von 2020 bis 2022 profitierte das Fahrzeug von rund £27. 000 an Investitionen bei renommierten Alvis-Spezialisten, Earley Engineering. Motor, Kupplung, Getriebe und Fahrwerk wurden überholt; der Motor wurde auf TE21-Spezifikation umgebaut – mit höherer Verdichtung und elektronischer Zündung – für etwa 140 bhp. Damit ist der Wagen im heutigen Verkehr hervorragend unterwegs, mit seinem 4-Gang- und Laycock-Overdrive-Getriebe. Ursprünglich ein Automatik, mit dem längeren Hinterachsübersetzungsverhältnis, wurde er bei der großen Überholung 1988–1992 auf Schaltbetrieb umgebaut.
Es ist eine E-Z-Elektro-Zusatzlenkung (elektrisch unterstützte Servolenkung) eingebaut und vier strukturell abgestützte, ausziehbare Sicherheitsgurte sorgen für ein deutlich sichereres Fahren. Ein Lichtmaschinenaggregat wurde unauffällig anstelle des originalen Dynamos verbaut, vor allem um den Strombedarf der Servolenkung abzusichern. Alle LED-Leuchten sind für eine hervorragende Ausleuchtung installiert.
Das ist ein rundum ordentlich abgestimmtes Exemplar, das bei lokalen Veranstaltungen mitlief und an Treffen des Alvis Owners Club teilgenommen hat – und dabei bewiesen hat, dass es sich für entspanntes, zuverlässiges Langstrecken-Touring bestens eignet. Der TD21 kommt mit einer riesigen Dokumentationsmappe und ist definitiv einer, den man nicht verpassen sollte!















