Beschreibung
Kelham Hall | Newark, Nottinghamshire Besichtigung: Di, 22. September 2026 ab 12 Uhr Versteigerung: Mi, 23. September 2026 um 12 Uhr Ort: Kelham Hall Main Street, Newark, Nottinghamshire NG23 5QX Registrier-Nr.: DXM 225 Fahrgestell-Nr.: B81JY MOT: Steuerfrei Nur eines von zwölf Exemplaren, die in Vanden Plas’ ikonischem Stil „Sports Tourer“ karossiert wurden. Fantastische frühe Historie: neu geliefert an den Brooklands-Rennfahrer Harry Rose. Unterliegt Investitionen in Höhe von £50. 377 durch den Marken-Spezialisten Ben Smith Engineering Services Ltd. aus Devon. Eingestellt aus der Evison Family Collection Bis Mitte der 1930er-Jahre herrschte unter den führenden britischen Autoherstellern so etwas wie ein Wettstreit um Leistung. Mit dem Aufkommen schneller Fernstraßen in Kontinentaleuropa – etwa Italiens Autostrade und Deutschlands Autobahnen – ging es darum, eine Sportlimousine zu bauen, die die magische 100-Meilen-per-Stunde-Grenze knacken konnte. So brachte Alvis zuerst die 3½-Liter- und danach die 4, 3-Liter-Version heraus, Lagonda entwickelte die M45 zum stärkeren LG45 weiter und Bentley gab seinen Kunden in der Saison 1936 die Option auf einen größeren 4¼-Liter-Motor. Eine Ableitung derjenigen Ausführung, die beim Rolls-Royce 25/ 30 zum Einsatz kam, wurde die 4. 257-ccm-OHV-Reihensechszylinder-Einheit entsprechend überarbeitet: mit zwei SU-Vergasern und in diesem Zuge auch einem schärferen Nockenwellenprofil. Für £50 bepreist – im Vergleich zu den Kosten eines einfachen Chassis ein geradezu kleiner Betrag – erwies sie sich als so beliebt, dass das serienmäßige 3½-Liter-Aggregat bald abgelöst wurde. Das Derby-Bentley-Chassis war von Haus aus gut ausbalanciert und mehr als in der Lage, die zusätzliche Leistung und das zusätzliche Drehmoment zu bewältigen. Ausgestattet mit einer Viereck-Blattfederung rundum, unterstützten Trommelbremsen, einem präzisen Viergang-Schaltgetriebe und einer Lenkung mit Schnecke und Mutter – die Souveränität und das Ansprechverhalten machten dieses Auto mehr als nur zur gleichen Sache mit vielen seiner Mitbewerber. Zu den Anhängern dieser Fahrzeuge zählten viele Vertreter der damaligen Autofahr-Elite, darunter Prince Bira, Captain George Eyston, Raymond Mays und Malcolm Campbell. Nur zwölf Exemplare des äußerst begehrten Vanden Plas Sports Tourer wurden in diesem Stil auf einem 4¼-Liter-Chassis aufgebaut – das erste davon bestellte Malcolm Campbell selbst neu. Original Sports Tourers tauchen auf dem Markt selten auf, da die Chassis regelmäßig neu karossiert wurden. Eines der zwölf originalen Sports Tourers, B81JY, wurde ursprünglich an Harry Rose ausgeliefert – einen Mann aus sehr ähnlichem Holz wie Malcolm Campbell, auch wenn er nicht ganz so bekannt war. Wie Campbell arbeitete Rose in der Motorbranche, fuhr aber, wann immer sich die Gelegenheit bot, selbst Rennen in Brooklands. Er war in beträchtlichen Wohlstand hineingeboren: Seine Familie hatte Universal Stores, einen großen Einzelhändler für Konsumgüter, 1900 in Manchester gegründet. Um eine Vorstellung von Roses großem Vermögen zu geben: Als er den Bentley erhielt, hatte er gerade erst seine Adresse von der Grosvenor House am Park Lane nach Kenstead Hall gewechselt – einem Mock-Tudor-Anwesen an der Bishop’s Avenue in Finchley, einer Straße, die Journalisten gern „Billionaire’s Row“ nennen. Als Mitglied des Brooklands-Ensembles kaufte Rose vor allem den ex-Whitney Straight 2, 9-Liter Maserati und ging dann selbst damit an den Start, bevor er ihn an den aufstrebenden Shooting Star **** Seaman auslieh, dessen Zylinder auf 2, 6 Liter reduziert wurden. In Seaman’ Händen war Roses Maserati eine äußerst erfolgreiche Maschine und gewann u. a. den British Empire Trophy 1936. Rose übernahm dieses Bentley-Fahrzeug, ließ es auf „DXM 225“ registrieren, am 27. April 1937. Ein Foto, auf dem er stolz neben seinem neuen Wagen steht, findet sich in „Bentley: The Silent Sports Car 1931–1941“ von Michael Ellman-Brown. Der Wagen passte ideal zu seinen Bedürfnissen, und Rose nutzte ihn bei mehreren Gelegenheiten für schnelle Fahrten nach Europa – stets mit größtem Komfort. Er wurde in einem wundervollen Farbschema ausgeführt: Belco Ivory mit Apple-Green-Lederausstattung; besondere Coachbuilder-Details umfassten u. a. die Verlängerung der Lufteinlässe/ Bonnet-Louvres in den Schottbereich (Scuttle). Weitere Merkmale waren ein spezielles Stoffmaterial für das Verdeck, Bosch-Nebelscheinwerfer, eine besondere Armaturenbrett-Veneer-Ausführung, ein Philco-Radioset, ein Paar Gepäckriemen, eine GB-Touring-Plakette und ein am Kotflügel montiertes hinteres Kennzeichen. Roses Verbindung zum Wagen währte jedoch nicht lange: Im September 1938 ging er an G. B. Shrubsall von der Villa la Batterie in St. Tropez über. Man geht davon aus, dass es sich um George Shrubsall (1908–57) handelt – einen Mitrennfahrer, dessen Nennungen u. a. das „1937 Three Hours of Marseilles“ in einem Bugatti (DNS) sowie das „1939 Le Mans“ beinhalteten: Dort wurde er zwar als Fahrer für einen der Talbot-Lago T26s von Luigi Chinetti geführt, fuhr jedoch tatsächlich nie selbst. Shrubsall scheint das Auto durch den Krieg hindurch behalten zu haben. Im Juni 1947 ging es dann von Jack Barclay an die Sunvic Controls Ltd. über – 132, Long Acre, WC2. 1951 wechselte das Eigentum an Herrn Ryland Davis aus London, W8; 1963 ging es an D. A. Nicholas von der Bridge Garage in Lifton, Devon. Eine weitere Änderung erfolgte 1966, als C. J. Bell aus Moseley, Birmingham, die Besitzrechte übernahm. Bis 1977 war es im Besitz von E. Franck, und noch im selben Jahr wurde es über eine Christie’s-Auktion in der Schweiz an David R. Moss aus Crans-près-Céligny verkauft. Seit 1981 blieb B81JY bei Moss in der Schweiz, obwohl…














